Gigantiops destructor

Diese scheinbar monotypische Gattung kommt in den Regenwäldern der Neuen Welt vor. Als Ameise mit den größten Augen orientiert sie sich überwiegend optisch, wenn sie durchs Unterholz springt. Knapp 10 cm weit entfernte Blätter und Äste kann sie erreichen.

 

In der Haltung beobachten die Tiere nicht nur andere Ameisen und Insekten sondern reagieren auch auf Menschen. Diese werden dann mit schwänzelnden Hinterleibbewegungen fokussiert. Es kann auch vorkommen, dass sich die Tiere von schnellen Bewegungen erschrecken lassen und sich hinter Laub und Ähnlichem verstecken. Nach kurzer Zeit schauen sie dann aus ihrem Versteck. Anders als die Pachycondyla apicalis, die sich ebenfalls optisch orientieren kann, sind die Vertreterinnen der Gigantiops weniger lernfähig und passen sich dem Geschehen um ihr künstliches Habitat herum weit weniger schnell an. Auch nach Jahren der Haltung reagieren sie auf Bewegungen von Menschen.

 

In der Natur ernähren sich die erwachsenen Tiere von Nektar, die Larven werden zusätzlich mit kleinen Insekten gefüttert. Erbeutet werden hauptsächlich Springschwänze und andere winzige Insekten. Termiten kommen wahrscheinlich nur bei guten Gelegenheiten auf die Speisekarte. In der Haltung kann man die Tiere mit kleinen Heimchen füttern. Um das Jagdverhalten authentisch zu simulieren, werden Fruchtfliegen oder Springschwänze verfüttert. Letztere können in gut bewachsenen Terrarien auch als ständig verfügbare Nahrungsquelle integriert werden, falls sie nicht schon da sind. Sie dienen auch allgemein zur Hygiene im Tropenbecken.

 

Die Nester dieser Tiere können in ausgehöhlten Hölzern oder sogar weggeworfenen Blechdosen liegen. Auch kommt es vor, dass die Gigantiops destructor in unmittelbarer Nähe zu Paraponera clavata Nester bezieht: Verlassene oder kurzfristig nicht belaufene Sektionen in den Paraponera-Nest-Eingängen werden nicht selten bezogen und als Zweignest genutzt. In künstlichen Habitaten finden Korkröhren entsprechend drapierte Korkstücke oder Ytong Verwendung als Nest. Eingangsöffnungen werden mit Erdpartikeln oder vorzugsweise Lehm solange ausgekleidet, bis nur noch ein ca. 4 mm großes Loch übrig ist.

 

Die Art ist sehr gut zur Vergesellschaftung geeignet. Sie geht Konfrontationen aus dem Weg, indem sie anderen Ameisen ausweicht und ist selbst immer einzeln unterwegs. Es gibt bei dieser Art kein Rekrutierverhalten wie bei vielen anderen Formicinen.  

 

Gigantiops destructor beim Fouragieren.

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