Ameisenpflanzen und Symbiosen

 

Die Evolution hat auch außergewöhnliche Erscheinungen des Lebens gefördert - zum Beispiel Symbiosen zwischen Ameisen und Pflanzen. Hier stellen wir Ihnen solche Symbiosen vor, die inzwischen zuverlässig sowohl die hobbymäßige Haltung als auch den Zoologiebetrieb und Ausstellungen bereichern können.

 

 

 

Pseudomyrmex spinicola auf Vachellia (Acacia) collinsii

  • Taxonomie: Unterfamilie Pseudomyrmecinae, Tribus Pseudomyrmecini
  • Herkunft: Zentralamerika
  • Größe: 5 – 8 mm
  • Nahrung: Nektar aus den Nektarien der Acacia collinsii und ähnlichen Akazien. Belt‘sche Körperchen, die an den Enden der Fiederblätter wachsen, werden als Eiweißquelle genutzt. 
  • Klima, Temperatur: 25 – 30 °C, mit Sonneneinstrahlung
  • Nestbau: Domatien in Form hohler Dornen
  • Bepflanzung: Andere Pflanzen in der Nähe der bewohnten Akazie werden von den Ameisen zerbissen und so zum Absterben gebracht.
  • Besonderheit: Es handelt sich beim Zusammenleben der Pseudomyrmex spinicola mit der Vachellia (Acacia) collinsii um eine echte Symbiose: Die Tiere können ohne die Pflanze nicht leben, da sie ihnen Wohnraum und Nahrung bietet. Die Dornen der Pflanze haben eine Sollbruchstelle, an welcher die Ameisen eindringen können. Die Tiere leben ausschließlich in diesen Domatien. Außerdem sitzen an den Blattstängeln Nektarien, die konstant von den Tieren aufgesucht werden. Zur Ernährung der Larven sammeln die Ameisen die sogenannten Belt`schen Körperchen von den Enden der Fiederblätter. Die Tiere beschützen ihre Pflanze gegen Fressfeinde und beschattende Konkurrenz: Pflanzen in der Nähe einer bewohnten Akazie werden zerbissen bis sie welken und fremde Menschen und Tiere werden ebenfalls angegriffen und gestochen. Der Stich ist kurzzeitig schmerzhaft. Bei einigen Exemplaren in Haltung konnte beobachtet werden, dass sich die Pseudomyrmecinen gegenüber bekannten Personen scheinbar toleranter verhalten als Fremden. Die hier angebotenen Exemplare der Acacia collinsii wurden regelmäßig aber nur nach Bedarf organisch und chemisch gedüngt. Regelmäßige Wassergaben sind nicht nur zum allgemeinen Pflanzenwachstum notwendig, sondern auch um den Nektarfluss zu begünstigen. Die Symbiose eignet sich besonders als Exponat für zoologische und botanische Gärten.   

 

Verfügbar:

  • Vachellia collinsii (2014) mit Pseudomyrmex spinicola (2014): 1.339,00 €
    Symbiose mit hoher Aktivität, Pflanzenmaße: 190 cm Höhe, 120 cm Breite*
  • Vachellia cornigera (ca. 15 cm, Saatgut 04/2014, Florida USA) + Pseudomyrmex cf. ferrugineus (2016, Zentralamerika); 658,00 €*
  • Vachellia cornigera (ca. 25 cm, Saatgut 04/2014, Florida USA) + Pseudomyrmex cf. ferrugineus (2016, Zentralamerika);  778,00 €*
  • Vachellia collinsii (ca. 55 cm; Saatgut 03/2014, Panamá) + Pseudomyrmex cf. ferrugineus (2016, Zentralamerika); 958,00 €*
  • Vachellia collinsii (ca. 100 cm; Saatgut 03/2014, Panamá) + Pseudomyrmex cf. spinicola (Königin 08/2014; Zentralamerika); 1.198,00 €*

 

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Cecropia cf. peltata – der Ameisenbaum aus den Tropen Südamerikas

 

Schnellwüchsiger Pionierbaum mit weitem Verbreitungsgebiet. In der Haltung sind ein hohes Terrarium, ein Gewächshaus oder ein Wintergarten notwendig, um dem erstaunlichen Größenwachstum beizukommen. Rückschnitt verträgt die Pflanze gut, solange die Wurzeln intakt sind.  Die Cecropia braucht langfristig viel Platz im Wurzelbereich und muss regelmäßig gedüngt werden. Zur Aufzucht wurde überwiegend organischer Dünger (Komposterde, Biotrissol) verwendet. Die hier angebotenen Pflanzen sind an Zimmer-Luftfeuchte gewohnt. 

Cecropia cf. peltata wird vor allem von Dolichoderinen der Gattung Azteca besiedelt. Der Baum bietet den Ameisen Wohnraum und Nahrung: Am Stamm befinden sich unter den Nodien Sollbruchstellen, in welche die jungen Azteca-Königinnen nach ihrem Hochzeitsflug eindringen können. Wächst die Kolonie heran, so werden weitere Stolone geöffnet und bewohnt. Die Sollbruchstellen können wieder zuwachsen und müssen von den Ameisen stets offen gehalten werden. Eiweißhaltige Nahrung erhalten sie in Form der Müller`schen Körperchen, die an den Blattachseln junger Blätter offeriert werden. Nektar wird an den Triebspitzen eingesammelt. Allerdings wurde auch beobachtet, dass Azteca Zuckerwasser annimmt. Außerdem konnte inzwischen festgestellt werden, dass das welke Laub nicht nur von Skorpionen und Tausendfüßern als Unterschlupf genutzt wird, es ist auch häufig Ausgangspunkt für den Beginn eines Ameisengartens. Die Blattstängel der gewaltigen Blätter werden häufig von arboricolen Ameisen (Pseudomyrmex, Azteca) ausgehöhlt und bewohnt. Dieser Pionierbaum stellt einen außergewöhnlichen ökologischen Knotenpunkt dar.

 

Besiedelung:

Wir bieten momentan nur die Pflanzen an. In Absprache mit uns können Kolonien erworben werden, die den Baum besiedeln, nachdem er sicher angewachsen ist.

Bald wieder verfügbar:

  • Cecropia cf. peltata, Jungpflanze;

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